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Welpen sollen Lebensretter werden

Hannover. Noch tollen Fanta, Hummel und Hudson verspielt auf dem Rasen, doch schon bald sollen die niedlichen Welpen wichtige Dienste leisten: als sogenannte „Mantrailer“ – Hunde, die mit einzigartigem Geruchssinn vermisste oder versteckte Personen aufspüren.

Neugierig blickt „Fanta“ in die Kamera – bald soll der Welpe wie zwei andere „Supernasen“ Menschen aufspüren. Foto: dpa

Es sind die ersten „Mantrailer“ (englisch: Man – Person, Trail – Spur), die Niedersachsens Polizei in Dienst stellt. Bislang mussten die Ordnungshüter hierzulande, wenn es um die Suche nach Menschen ging, im Bedarfsfall derartige Tiere aus anderen Bundesländern oder auch aus Privatbesitz an heuern – sofern sie gerade zur Verfügung standen.

Wie groß der Bedarf am Einsatz von „mantrailer“ ist, wurde gestern im Innenministerium bei der Präsentation der drei Jung-Schnüffler erläutert. Demnach gab es in Niedersachsen seit 2008 rund 60 Einsatzfälle; mehr als ein Drittel dieser Suchaktionen führten zum unmittelbaren Erfolg. In Nordrhein-Westfalen hätten „Mantrailer“ allein im letzten Jahr drei hilflose Menschen aufgespürt, die sonst nicht gefunden worden wären, schilderte der Chef des zentralen Diensthundewesens bei der niedersächsischen Polizei, Alfred Kaufhold.

Bei den jetzt angeschafften künftigen Personenspürhunden handelt es sich um zwei „Hannöversche Schweißhunde“ aus einer Zucht in Winsen/Luhe und einen sogenannten „Bloodhound“ namens Fanta aus einem Bestand in Lodrethun le Nord in Frankreich. Die Tiere sollen nun zwei Jahre lang im Diensthunde-Zentrum in Ahrbergen bei Hildesheim akribisch ausgebildet werden. Dafür sind eigens drei Hundeführer abgestellt, darunter die 27-jährige Kristin Störnsdörfer, die bislang bei der Diensthundeführergruppe in Osnabrück tätig war.

Innenminister Uwe Schünemann (CDU) erhofft sich vom Einsatz von Fanta, Hummel und Hudson große Hilfe bei der Suche nach vermissten und hilflosen Personen. „Das sind sehr häufig Kinder und demenzkranke Menschen, die wir schnell finden müssen“, sagte der Minister. Mit anderen Worten: Aus den jetzt noch verspielten Welpen sollen demnächst Lebensretter werden.

Die Verwendungsmöglichkeiten reichten im Übrigen bis zu Hinweisen auf Fluchtwege von Tätern oder zum Auffinden von Beute.

Schweißhunde und Bloodhounds zeichnen sich nach Darstellung der Experten durch eine enorme Nasenleistung, eine hohe Konzentrationsfähigkeit und ihre Ausdauer aus. Sie seien damit besonders geeignet für das Aufspüren von Duftstoffen – und das über große Entfernungen und noch über längere Zeit hinweg.

Die Duftspur eines Menschen, so wurde erläutert, sei so individuell wie eine DNA oder ein Fingerabdruck. Sie sei nicht veränderbar, nicht abwaschbar und könne nicht verhindert werden.

Im Durchschnitt, so hieß es, könne ein Diensthund nach seiner Ausbildung sechs bis sieben Jahre aktiven Dienst verrichten. Im Fall der drei Mantrailer könnte sich die Anschaffung somit auch insofern rechnen, als die Kosten für Sucheinsätze – bislang 400 Euro pro geliehenes Tier und Einsatztag – entsprechend gemildert würden.

Insgesamt verfügt die niedersächsische Polizei laut Schünemann über 220 Diensthunde, darunter 150 belgische und 40 deutsche Schäferhunde sowie 20 holländische Hütehunde . Es gebe aber auch „Exoten“ wie einen Riesenschnauzer und drei Rottweiler. Eingesetzt werden sie unter anderem bei Großaktionen sowie zum Aufspüren von Rauschgift, Sprengstoff, Brandmitteln oder auch von Blut und Leichen.Die sechs regionalen Polizeidirektionen -darunter Osnabrück. verfügen über jeweils eine Diensthundführerstaffel mit 29 bis 44 Tieren.

 

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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